Maccagno con Pino e Veddasca - Dienstag, 11. Dezember 2018

D Die Ausstellungen

DIE KUNST DES AQUARELLS

Das Aquarell ist von einer Zartheit und Transparenz, die sich mit keiner anderen Maltechnik erreichen lässt. Denn verwendet wird in Wasser gelöste Farbe, die nach dem Verdunsten das Weiß des Papieres durchscheinen lässt wie Sonnenlicht, das durch ein Fenster fällt. Im Unterschied zur Ölmalerei und anderen Techniken, die Korrekturen durch das Auftragen neuer Farbschichten erlauben, lassen sich Fehler in der Aquarellmalerei nur schwer korrigieren. Die Verwendung von Wasser gibt dem Aquarell etwas Unvorhersehbares und ist von großem Reiz. Frische und Unmittelbarkeit sind weitere Eigenschaften dieser Maltechnik.

Aquarellmalerei ist eine Malerei mit Wasser, die auf weißem oder sehr hellem Papier ausgeführt wird, um die Lichter ohne den Einsatz anderer Bildmittel wie Tempera, Pastell oder anderer Materialien zu erzeugen. Das Papier sollte einen hohen Anteil an reiner Baumwolle enthalten, da sich die langen Fasern dieser Pflanze beim Kontakt mit Wasser nicht verformen. Das Papier wird in unterschiedlicher „Stärke” hergestellt (Gewicht in Gramm pro Quadratmeter Papier). Je höher das Gewicht, desto weniger wellt das Papier sich unter Einsatz von Wasser, das oft reichlich verwendet wird, um die Farbe zu verdünnen. Die meisten Arbeiten in der Ausstellung sind auf 100%igem Baumwollpapier mit einer Stärke von 300 g bis 600 g entstanden.

Papier mit glatter oder satinierter Oberfläche wird oft für botanische Illustrationen, Architektur, Ornamente und detaillierte Abbildungen verwendet. Leicht oder merklich raues Papier eignet sich eher für Landschaften, Blumen, Stillleben, Porträts und Figuren.

Die in der Aquarellmalerei verwendeten Farben bestehen aus fein gemahlenen Pigmenten, die mit Lösungen auf Basis von Gummiarabikum vermischt werden.. Je nach dem Rohstoff, der verarbeitet wird, sind die Pigmente organischen (kohlestoffhaltigen) oder anorganischen (kohlestofffreien) Ursprungs. Die wichtigsten Farbeigenschaften, die der Künstler beachten muss, sind:

  • Beständigkeit (Lichtechtheit)
  • Lasur- oder Deckfähigkeit (organische Farben sind transparenter, anorganische Farben deckender)
  • Körnigkeit (Tendenz, sich in den Vertiefungen des Papiers abzulagern und „Flecken“ zu bilden, ein von vielen Künstlern geschätzter Effekt, der dem Gemälde Tiefe verleiht.

Gebrauchsfertige Farben werden in Godets oder Tuben geliefert. Das Angebot an handelsüblichen Farben ist sehr umfangreich, doch mancher berühmte Künstler ist der Ansicht, dass eine begrenzte, gut ausgewählte Palette einer großen Anzahl an Farben vorzuziehen sei.

Aquarellpinsel können aus Naturhaar (Marder, Eichhörnchen, Ochse) oder synthetischem Material bestehen. Der ideale Aquarellpinsel muss eine feine Spitze haben, um Details zu skizzieren, ausreichende Elastizität, um nach jedem Pinselstrich wieder seine Ausgangsform anzunehmen, und eine Flusskontrolle, die den flüssigen Auftrag von Pinselstrichen auf die Malfläche ermöglicht. Flache, große Pinsel werden häufig für mittlere bis große Aquarelle verwendet.

Der Farbauftrag kann mittels einer der hier beschriebenen Techniken erfolgen, die sich im Wesentlichen durch den Gebrauch von Wasser und Farbe unterscheiden:

  1. Nass-in-nass (wet-in-wet): Die noch nasse Farbe wird auf nasses, zuvor befeuchtetes Papier aufgetragen, so dass die Farben ineinander verfließen und dem Gemälde eine diffuse Wirkung verleihen.
  2. Nass-auf-trocken (wet-on-dry): Die Farbe wird mit genügend Wasser verdünnt, um sie mit flüssigen Pinselstrichen auf trockenes Papier aufzutragen.
  3. Trocken-auf-trocken (dry-on-dry): Pinselstriche werden mit trockener Farbe ohne Einsatz von Wasser aufgetragen, um dem Gemälde Kraft und Konturen zu verleihen.
  1. Trocken-auf-nass (dry-on-wet): Pinselstriche mit trockener Farbe auf nassem Papier ermöglichen es, das Verlaufen der Farbe auf einen Bereich des Gemäldes zu begrenzen.

Der Künstler kann sich auf nur eine dieser Techniken beschränken. Häufiger wird er sie kombinieren, um Kontraste zu schaffen, die dem Bild Kraft und Tiefe verleihen.

Besondere und unvorhersehbare Effekte (Ausblühungen) können entstehen, wenn man auf nassem Grund arbeitet. Weitere interessante Wirkungen lassen sich durch die Verwendung von Salz erzielen, das der noch feuchten Farbe beigemischt wird und dann auftrocknet.

Wie oben erwähnt, werden die Lichter des Gemäldes durch Aussparung erzielt, indem die entsprechenden Bereiche der Zeichnung farblos bleiben. Das Geschick des Künstlers besteht darin, die Licht- und Schattenbereiche des Gemäldes von Beginn an zu gestalten. Das Weiß des Papieres lässt sich erhalten, indem man Wachs auf begrenzte Bereiche des Bildes aufträgt, so dass die Farbe nicht hineinlaufen kann. Auch kann bereits aufgetragene Farbe wieder abgekratzt werden.

Die ausgestellten Aquarelle wurden mit den verschiedenen, oben angeführten Techniken realisiert.

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