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Ironie und
Metaphysik im bildnerischen Werk von
Alberto
Paolo Bevilacqua
Öffnungszeiten: Mittwoch, Samstag und Sonntag 10.00 – 12.00 / 15.00 –
18.00,
an den übrigen Tagen nach Vereinbarung
Eintritt: € 2.60, ermäßigt € 1.60
Eröffnung: Samstag 7. Dezember 2002, 16.30 Uhr

Pressemitteilung
Die Werke aus der Schenkung von Giuseppe Vittorio
Parisi und seiner Frau Wanda Valle sind ein Beitrag zur Ortsbestimmung der
modernen und zeitgenössischen italienischen Kunst zwischen 1930 und 1980. Sie
ermöglichen den Vergleich mit den avanciertesten künstlerischen Experimenten
im Europa des 20. Jahrhunderts.
Genau unter diesem Gesichtspunkt ist das grafische Schaffen von Alberto Paolo
Bevilacqua zu sehen. Neunundvierzig Arbeiten des Künstlers (aus dem Zeitraum
von 1947 bis 1976) sind bis zum März 2003 im Civico Museo Parisi Valle
ausgestellt.
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In Palermo geboren (Palermo 1896 – Rom 1979), schlägt
Bevilacqua nach seiner Abschlussprüfung die Lehrerlaufbahn ein und schließt
sich den künstlerisch-kulturellen Kreisen an, welche die sizilianische
Gesellschaft Anfang der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts prägen. Es ist
die Geburtsstunde des Futurismus auf der Insel. Dessen Grundideen
eignet sich Bevilacqua an und entwickelt sie weiter - gemeinsam mit Pippo Rizzo
und Vittorio Corona und dank seiner Freundschaft mit Giacomo Balla, der ihn in
der Wahl, neue Wege zu gehen, bestärkt.
Bevilacqua zieht zunächst nach Mailand und Turin, dann nach Rom, wo er am
Istituto Superiore d’Arte in der Entwicklung und Anwendung der Lehre
grafischer Disziplinen tätig ist.
Als fruchtbar für die künstlerische Entwicklung Bevilacquas erweist sich die
enge Freundschaft mit Ettore Colla, dem Gründer der Fondazione Origine,
der Colla, Sadun, Capogrossi, Donadelli, Burri, Parisi und andere angehören.
Diese Künstlergruppe sucht nach einem Weg, um den Gegensatz von figurativer und
abstrakter Kunst aufzulösen, mittels „elementarer Formen, kräftiger
Farbgebung, weniger Farben, Synthese, Einfachheit der Mittel und Bescheidenheit“.
Analysiert man rückblickend das Werk von Alberto Paolo Bevilacqua, so offenbart
sich in den ausgestellten Arbeiten der Einfluss der großen Kunstströmungen der
ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: von der metaphysischen Malerei zum
Futurismus, vom Kubismus zum Surrealismus, und schließlich zur Stilrichtung,
wie sie die Fondazione Origine geprägt hat.
Eklektizismus der Stile, aber auch der Themen: Gestalten aus der Welt des Zirkus
neben mondänen Figuren, mal in ironischer, mal in phantastischer Manier
skizziert: die Ironie des Lebens in ihrer ganzen Vielfalt.
Doch es findet sich auch die leidenschaftliche Anklage des Krieges und der
menschlichen Tragödie, wie die Arbeiten „Das Ungeheuer des Krieges“ (1968)
und das Ungeheuer der „Droge“ (1971) bezeugen. Das Thema des „Ungeheuren“
wird auch anhand von Metaphern aus der Tierwelt entwickelt: „Ein Monster geht
um in Europa“ (1960).
Die Tierwelt ist daneben auch Gegenstand eines ruhigeren, deskriptiven Stiles,
Ausdruck des großen technischen Könnens, das diesem Künstler eigen ist.
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Die Ausstellung wird am 8. Dezember 2002 eröffnet
und läuft bis zum 16. März 2003.
Kuratorin der Ausstellung ist Daniela Martarelli.
Das Civico Museo Parisi Valle in Maccagno (Provinz Varese) befindet sich in einem Gebäude aus Stahlbeton, das sich als Brücke über den Fluss Giona spannt, direkt an dessen Mündung in den Lago Maggiore. Seit 1998 werden hier wechselnde Ausstellungen gezeigt. Erbaut wurde das Museum nach den Entwürfen eines Teams, dem der römische Architekt Maurizio Sacripanti (1916-1996), der Bauingenieur Giuseppe Noris (1924-1989), der Architekt Riccardo Colella und der Künstler, Kunsttheoretiker und Museumsgründer, Giuseppe Vittorio Parisi, angehörten. Das Gebäude wurde 1991-92 mit dem Preis IN/ARCH für ein Bauwerk von kulturellem Charakter ausgezeichnet.