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Geschichte in Wachs gegossen.
Episoden der Zeitgeschichte
aus dem Wachsfigurenkabinett des Vereins Postumia

Vom 20. Februar – 1.  Mai 2011
Öffnungszeiten:  Freitag, Samstag, Sonntag und Feiertage  10.00 - 12.00 /  15.00 - 18.00 Uhr.
Eintritt frei

Eröffnung: Samstag, 19. Februar 2011 um 17.30 Uhr
 


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Pressemitteilung

In Mailand gab es früher ein Wachsfigurenkabinett im Gebäude der Stazione Centrale. Es war bewusst dort eingerichtet worden, um auch Besucher auf der Durchreise anzuziehen.
Doch im Zuge der Neugestaltung der Stazione Centrale musste das Wachsfigurenkabinett umziehen. Es befand sich in Privatbesitz und wurde der Associazione Postumia überlassen. Die Figuren wurden restauriert und in das neue Wachsfigurenkabinett in Gazoldo degli Ippoliti gebracht.
Nach langwierigen Restaurierungsarbeiten und diversen Umbauten wurde das Wachsfigurenkabinett im Jahr 2004 in einem antiken herrschaftlichen Wohnsitz im Stadtzentrum eröffnet.
Die Gemeinden Maccagno und Gazoldo degli Ippoliti arbeiten seit geraumer Zeit eng zusammen und haben diverse Ausstellungen gemeinsam realisiert. Sie entschieden sich diesmal für eine Wanderausstellung, in neuem Geist und mit neuem Konzept: Die Figuren aus Gazoldo degli Ippoliti sollen einem breiteren Publikum gezeigt werden und gleichzeitig – zum einhundertfünfzigsten Jahrestag der nationalen Einheit - an historische Ereignisse in Italien und im internationalen Kontext erinnern.
Aus dem Bestand des Wachsfigurenkabinetts wurden achtunddreißig Figuren ausgewählt. Sie verkörpern historische Schlüsselfiguren; und ihr Aufbau folgt der Logik und dem Ablauf der Geschichte.
Den Auftakt zur Ausstellung bildet eine Figur, die man als Vorgeschichte oder Vorrede betrachten kann: Napoleon Bonaparte. Es folgen die wichtigsten Akteure des italienischen Risorgimento: Garibaldi, Mazzini, Cavour, Vittorio Emanuele II. und ihre geistigen Weggefährten Giuseppe Verdi, Alessandro Manzoni und Ippolito Nievo.
Weiter geht es mit Vittorio Emanuele III. und Ivanoe Bonomi, der letzter Ministerpräsident vor der Machtergreifung durch Mussolini und erster Senatspräsident der italienischen Republik war.
Der nächste Raum ist den zehn Präsidenten der Italienischen Republik gewidmet: Luigi Einaudi, Giovanni Gronchi, Antonio Segni, Giuseppe Saragat, Giovanni Leone, Sandro Pertini, Francesco Cossiga, Oscar Luigi Scalfaro, Carlo Azeglio Ciampi, Giorgio Napolitano.
Seitlich davon befindet sich die Gruppe der Päpste der jüngeren Geschichte: Johannes XXIII., Paul VI., Johannes Paul I., Johannes Paul II. und Benedikt XVI.

Ein weiterer Raum gibt einen Überblick über die Ereignisse des zwanzigsten Jahrhunderts und zeigt die Figuren von Benito Mussolini und Adolf Hitler; die Unterzeichner des Vertrags von Jalta Winston Churchill, Franklin Delano Roosevelt und Stalin; zwei Architekten des europäischen Wiederaufbaus der Nachkriegszeit, den französischen Präsidenten Charles De Gaulle und den deutschen Kanzler Konrad Adenauer; die Akteure der Kubakrise Nikita Sergejewitsch Chruschtschow und John Fitzgerald Kennedy; die Embleme des Kommunismus Wladimir Iljitsch Lenin, Mao Zedong und Fidel Castro.
Der Gang durch die Geschichte führt schließlich bis in die Gegenwart, zu Michail Gorbatschow.
Die lebensgroßen Wachsfiguren sind angeordnet wie auf einer Bühne und beschwören stumm die historischen Ereignisse herauf.
Die suggestive Wirkung der Figuren wird noch verstärkt durch vierzehn große Gemälde an den Wänden und auf den Kulissen, die von zeitgenössischen Künstlern eigens für die Schau realisiert wurden.
Die vierzehn Gemälde entsprechen den vierzehn Themen der Ausstellung. Jedes Werk bezieht sich auf einen bestimmten Themenbereich und schafft eine „Atmosphäre”, ohne erzählerisch oder realistisch zu sein, aber von starker suggestiver Wirkung in abstrakter Bildsprache.
Ein Bild von Giovanna Fra begegnet Napoleon Bonaparte. Die politischen Akteure des Risorgimento werden von einem Werk von Giorgio Vicentini begleitet, während das geistige Umfeld mit Verdi, Manzoni und Nievo durch die gemalte Schrift von Grazia Ribaudo interpretiert wird.
Mit der Figur des Vittorio Emanuele II. beschäftigt sich das Werk von Antonio Marchetti Lamera. Der epochale Wandel, für den symbolisch Vittorio Emanuele III. und Ivanoe Bonomi stehen, wird Mario De Leo anvertraut.
Bilder von Antonio Pedretti und Enzo Maio begleiten die zehn Präsidenten der Italienischen Republik. Die Malerei von Pierantonio Verga verleiht der Bühne mit den fünf Päpsten eine sakrale Aura.
Die Beziehung von Mussolini und Hitler wird von Raffaele Penna bearbeitet. Ein Bild von Alessandro Savelli begleitet Figuren des Jalta-Vertrags, Roosevelt, Stalin und Churchill.
Paolo Schiavocampo interpretiert in seiner Arbeit die Dynamik des europäischen Wirtschaftsaufschwungs unter De Gaulle und Adenauer. Nicht weit davon spiegelt sich die Rivalität der Supermächte, in Gestalt von Chruschtschow und Kennedy, in der spannungsgeladenen Malerei von Max Marra.
Die letzten beiden Bühnen sind den Vorkämpfern des Kommunismus Lenin, Mao und Castro, sowie dem Ende einer Epoche und der politischen Öffnung gewidmet, die Gorbatschow verkörpert. Sie werden ausdrucksstark von Grazia Gabbini und Franco Marrocco interpretiert.
Die Bühnen wirken in ihrer szenischen Abfolge unmittelbar auf die kollektive Vorstellungswelt und wecken Erinnerungen an die Geschichte Italiens, die Gegensätze in der Welt und familiäre Erlebnisse.
Eine Reise in die Vergangenheit mit ihren Gefühlen, Leidenschaften, Idealen.
Die Kuratoren der Schau sind Claudio Rizzi und Nanni Rossi. Ein umfangreicher Katalog erscheint bei PubliPaolini; die Schirmherrschaft haben die Region Lombardei, die Provinz Varese und die Provinz Mantua. Ab dem 7. Mai 2011 ist die Ausstellung in Sabbioneta in der Galerie des Palazzo Giardino zu sehen.