![]() |
| Zurück zur News-Liste |
FRANCO RADICE
Vom 17.
September –
30. Oktober 2011
Öffnungszeiten:
Donnestag, Freitag, Samstag, Sonntag und Feiertage 10.00 - 12.00 / 15.00 -
18.00
Uhr.
Eintritt frei
|
|
aa |
|
--- |
Pressemitteilung
Am 17. September wird im Civico Museo Parisi-Valle in Maccagno eine Ausstellung
mit Werken von Franco Radice eröffnet. Das Centro Culturale Frontiera und die
Gemeinden Maccagno und Luino haben die von Chiara Gatti und Federico Crimi
kuratierte Schau organisiert. Ein Katalog von Angelo Franco Aschei erscheint im
Verlag Nastro & Nastro.
Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten geben erstmalig Einblicke in das Leben
und Werk von Franco Radice (Rom 1938 - Varese 1992), einem Maler von
Landschaften und Genreszenen aus dem ländlichen Leben der Provinz, der aber auch
einen Blick für die sozialen Probleme hatte, wie sie von vielen italienischen
Künstlern der Nachkriegszeit angeprangert wurden.
Nach zehn Jahren Tätigkeit in der Keramikfabrik Vecchia Milano, die er 1965 in Trezzano sul Naviglio gegründet hatte, zog Radice Anfang der siebziger Jahre nach Campagnano. Hier, am Ufer des Lago Maggiore, fand er den idealen Ort, um fernab des Lärms der Moden und der Kunstkritik seiner Leidenschaft für die Malerei nachzugehen. Eine Leidenschaft, die Anleihen beim Expressionismus macht, mit einer Palette leuchtender, greller Farben im Stil der deutschen Maler, und süßlicher, goldener und rosafarbener Töne in Anklang an Matisse und die Pariser „fauves“. Radice greift auch soziale Themen auf, wie sie etwa Guttuso am Herzen lagen, wenn er das Leben in den Fabriken und auf den Feldern schildert: streikende Arbeiter vor den Fabriktoren oder gebückte Arbeiterinnen in den Reisfeldern mit ihren großen Strohhüten unter der glühenden Mittagssonne.
Tradition und Moderne sind in seinem Werk der sechziger und siebziger Jahre eng
miteinander verwoben. Die formale Suche steht im Dialog mit sozialkritischen
Inhalten. Doch erst im folgenden Jahrzehnt entwickelt Radice eine ganz neue,
persönliche und intimere Handschrift. Es sind Szenen aus dem alltäglichen Leben
– vielleicht im Anklang an die Mailänder Gruppe der existentiellen Realisten - ,
die ihn zu einer neuen ästhetischen Entwicklung anregen. Die unwirklichen Farben
des Frühwerks, die „französischen” Rosatöne weichen nun dem Bedürfnis, geheime
Gefühle zu offenbaren: in den Porträts geliebter Menschen, in den länglichen
Silhouetten von Frauen, die sich gegen den Sonnenuntergang abzeichnen, aber auch
in den Waldstücken, wo große Baumwipfel sich im Abstrakten verlieren, zu
Farbflecken werden und die Bildfläche größer scheinen lassen.
Radice erzählt gern kleine Begebenheiten aus dem menschlichen Leben, erkundet
sie auf den Gesichtern von Kindern und Personen am Rande der Gesellschaft. Dies
verbindet sich nun mit dem Interesse für die Komposition und die Bildstruktur,
wie eines seiner Meisterwerke zeigt, Die Kürbisse von 1990. Hier ist der
dargestellte Gegenstand nur noch der Vorwand für ein Bild, das von einem
informellen Gestus und der Erforschung des Raumes beherrscht wird.