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HOMMAGE AN FRANCO ROGNONI

6. Juni bis 17. Oktober 2004
Öffnungszeiten:  Donnerstag bis Sonntag  10.00 - 12.00 /  15.00 - 19.00 Uhr.
Eintritt: €  2.60, ermäßigt  € 1.60

Eröffnung: Samstag, 5. Juni 2004 um 17.00 Uhr

Pressemitteilung

Die Welt Homers und der Klassik, die Sagen des Mittelalters, das 16. Jahrhundert, das Barock des 17. Jahrhunderts, die Bibel und auch die zeitgenössische Kunst haben Franco Rognoni inspiriert: So schuf er ein weit gefächertes kulturelles Universum. Rognoni zählt zu den bedeutendsten Künstlern der Lombardei des 20. Jahrhunderts. Jetzt widmet ihm das Civico Museo “Parisi Valle” in Maccagno eine Ausstellung, die noch bis zum Herbst 2004 zu sehen ist. 

Verdienst dieser anspruchsvollen Schau ist es, dem Publikum einen intimen Einblick in das Schaffen Rognonis und seine Laufbahn im vergangenen Jahrhundert zu gewähren.
Geboren wurde er 1913 in Mailand – die Stadt hat ihm 2003 eine Schau zur Einweihung der neu gestalteten Ausstellungsräume der Rotonda della Besana gewidmet. Schon mit Anfang Zwanzig arbeitet er als Zeichner für bedeutende Zeitschriften und Tageszeitungen. Seine Entwicklung wird von Künstlern wie Sironi, De Pisis und Modigliani beeinflusst. In seiner Leidenschaft für Bücher nähert er sich den grafischen und malerischen Lösungen des deutschen Expressionismus an. Während des Krieges wird Luino zu seiner Heimat, und von nun an verbinden ihn tiefe Gefühle mit der Landschaft am Lago Maggiore. Sein künstlerisches Repertoire erweitert sich hier um Druckgrafiken und Illustrationen.
Die Einzelausstellung, die Guido Ballo 1953 für ihn in Mailand organisiert, weckt erneut das Interesse der Kritik. Als außerordentlich vielseitiger Künstler entwirft Rognoni auch Bühnenbilder für die Mailänder Piccola Scala und das Theater La Fenice in Venedig: Publikum und Kritiker schätzen seine originelle Gestaltung des Theaterraumes.
All diese Aspekte fließen in Rognonis Malerei ein und führen zu einer Synthese aus Dekoration, Illustration, Grafik und Bühnenbild.

Die Verschmelzung der Formen spiegelt sich auch in einer Mischung von Ironie und Dramatik wider, die man durchaus als musikalisch bezeichnen kann. Auch seine Freunde kommen meist aus dem literarischen und musikalischen Ambiente: Riccardo Malipiero, sowie Vittorio Sereni und Piero Chiara, die großen Literaten aus Luino, und Dante Isella aus Varese.

Der Künstler ist so sehr von den Dekorationen und Gestalten der antiken Welt fasziniert, dass seine Malerei auf die Wände seines Hauses, auf Möbel und Alltagsgegenstände übergreift: Er will geradezu in der Malerei wohnen. Die Ausstellung in Maccagno, die durch das Engagement von  Mariuccia Noè, der Witwe des Künstlers, in Zusammenarbeit mit Francesco Del Sole ermöglicht wurde, erlaubt den bereits erwähnten intimen Blick auf das Schaffen von Franco Rognoni: Zu bewundern sind nicht nur Bilder aus der Privatsammlung der Familie, sondern auch Gegenstände des täglichen Gebrauchs wie Flaschen, Tontöpfe, Teedosen, Bücher, Musikinstrumente, die dieser meisterliche Maler in etwas Einzigartiges verwandelt hat.

Vom 6. Juni bis zum 17. Oktober (Eröffnung am Samstag, den 5. Juni um 17.00 Uhr) können die Besucher im Civico Museo “Parisi Valle” auch die alltägliche Dimension des Künstlers entdecken. Wie wenigen anderen ist es ihm gelungen, den Geist seiner Zeit zu ergründen. Sein Leitfaden sind Farben, die Gefühlen entsprechen, bewegte Zeichen wie Noten einer provokanten Musik.