Die Schenkung Parisi Valle – die Werke

Die Schenkung Parisi-Valle umfasst insgesamt 2085 Werke, darunter 915 Grafiken, 439 zweidimensionale und 325 dreidimensionale Arbeiten. Dazu kommen antike Fundstücke und Münzen, insgesamt über 400 Exponate. Die Gesamtheit der Schenkung kann, wie Carla Burani schreibt, betrachtet werden „...als ein möglicher Beitrag zum Bild der modernen und zeitgenössischen italienischen Kunst der Jahre 1930-1980 und als Vergleichsmaterial mit den avanciertesten künstlerischen Experimenten in Europa, die sich hier in einen spezifisch italienischen kunstgeschichtlichen Kontext einfügen.

  
Giorgio De Chirico Giacomo Balla

Beispielhafte Arbeiten der Vertreter der historischen Avantgarde werden durch Arbeiten von weniger bekannten Künstlern oder Randfiguren ergänzt, welche die Anregungen der Ersteren aufgegriffen haben und eher das allgemeine künstlerisch-kulturelle Klima repräsentieren. Die Vielfalt der bildnerischen Ausdrucksformen entspricht verschiedenen Sichtweisen der Realität und drückt sich in unterschiedlichen Konzepten aus, in rhetorischen, formellen, informellen, zeichenhaften, metaphysischen, surrealen, rational-konkreten, neoplastischen und geometrischen Bildern – auch wenn „Etiketten“ dieser Art eher willkürlich sind – und bietet ein vollständiges Bild der kulturellen und künstlerischen Entwicklung in Italien in diesem Jahrhundert...“.

  
Giuseppe Caporossi G. Vittorio Parisi

Voraussetzungen der Schenkung

...wir gehen davon aus, dass die Kulturkrise sich insbesondere im Bereich der bildenden Kunst  als existentielle Krankheit manifestiert. Dies legitimiert unsere Grundlage, indem wir von dem ethischen Prinzip ausgehen, dem zufolge die Werke der bildenden Kunst der sozialen Gemeinschaft gehören und von ihr kulturell genutzt werden sollten, und nicht der negativen Praxis der Vermarktung und des Privateigentums unterliegen sollten. Dieser Vorsatz kann nur durch dezentrale Vereinigungen außerhalb der großen Städte verwirklicht werden, wie es viele Kunsthistoriker angestrebt haben: Ragghianti, Ponente, Menna, Argan, Pedio und Tallarico. So ist die Idee entstanden, dieses Vorhaben mittels einer Schenkung und der damit verbundenen Gründung eines Museumsverbandes umzusetzen. Beide verfolgen das Ziel, spezifische Innovationen im ästhetischen Bereich der bildenden Kunst durchzusetzen: ein System von Projekten und von konkreten rationalen informativen Werten, das sich gegen die Neuerungsfeindlichkeit wendet. Ein solcher Zusammenschluss kann für das Gebiet von Maccagno eine bedeutende Innovation darstellen, die neue Zeichen in der Kunstwelt setzt, um eine organische Realität der interaktiven Beziehungen und der Disziplinen zu schaffen. Der Verband versteht sich als strikt unabhängig von jeglichem äußeren Einfluss.

Aus der offiziellen Schenkungsurkunde vom 18. April 1997

 
G. Vittorio Parisi Ettore Colla

Künstler, die in der Sammlung des Museums vertreten sind

Angelini Balla Basaldella Bevilacqua Biggi Birolli Calabrese Calderara Capogrossi Carlini Carlucci Carrino Carta Casotti César Colla Collemeto Consagra Cornolò Dea De Chirico Del Sole Dompè Dorner Falchi Fazzini Fiume Frascà Furlani Garofalo Genovese Giansiracusa Grignan Guaricci Guberti Guerrini Guidi Gottuso Lancia Lanzara Lazzari Levi Lichter Maffettoni Maldonado Mazzullo Monaco Monti Morandini Morano Morellet Onoda Pace Parisi P.A.Parisi Picasso Pierelli Presta Robusti Ronchi Rulli Ruta Sadun Scirpa Spozio Tornquist Tot Turcato Vaccarini Valenti Vanchieri Vangelli Vasarely Zannerio.