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ABSTRAKTE KUNST IM HISTORISCHEN ITALIEN: DER FALL „COMO“
vom 20. Mai 2001 bis 30. September 2001

Katalog herausgegeben vom Civico Museo Paris Valle – Maccagno

            

Pressemitteilung

Das Civico Museo Parisi Valle in Maccagno (Varese) wurde 1998 eingeweiht und hat ein Gebäude zum Sitz, das der römische Architekt Maurizio Sacripanti eigens entworfen hat. Das Museum überspannt den Fluss Giona nahe seiner Mündung in den Lago Maggiore und erhielt den Architekturpreis „In/Arch 1991-1992 für einen richtungsweisenden, kulturellen, öffentlichen Bau“. Jetzt beherbergt das Museum den ganzen Sommer lang eine Ausstellung von historischem Charakter, deren Thema die geometrische Abstraktion in Italien ist.

In den dreißiger Jahren gab es in Italien zwei Zentren, in denen sich die abstrakte Kunst entwickelte: Mittelpunkt des ersteren war die Galleria del Milione in Mailand, das zweite fand fruchtbaren Boden in Como, sicherlich begünstigt durch die rationalistische Architektur von Giuseppe Terragni.  

Vier Künstler sind hier besonders herausragend: Carla Badiali (1907-1992), Aldo Galli (1906-1981), Mario Radice (1898-1987) und Manlio Rho (1911-1957). In ihrem Umkreis bewegten sich weitere Künstlerinnen und Künstler, die mit unterschiedlicher kreativer Intensität einen ähnlichen Weg gingen: Aristide Bianchi, Cordelia Cattaneo, Alvaro Molteni, Carla Prina, Eligio Torno. Como bildete also ein wichtiges Zentrum der nicht figurativen Kunst der dreißiger und vierziger Jahre, und die Teilnahme der erwähnten Künstler – mit Ausnahme von Molteni und Galli - an der Biennale von Venedig in der Sektion „Futurismus“ 1942 bezeugt zweifellos die Anerkennung ihres Schaffens.

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C. Badiali
Composizione astratta, 1936-37

A. Galli
Scultura, 1942

M. Radice
Composizione C.F. 123 B, 1934

M. Rho,
Composizione 95 R.D.S.A
, 1940

Die Ausstellung, die sich in erster Linie auf die Biennale von 1942 bezieht, will zeigen, dass im Como jener Jahre ein schöpferisches, an Initiativen und Neuerungen reiches Klima herrschte  – ein Sonderfall im künstlerischen Panorama Italiens. Das Werk der vier bedeutendsten Künstler, die auch in den folgenden Jahrzehnten das Experiment der Abstraktion fortsetzten, ist ausführlich dokumentiert. Die übrigen Künstler sind mit jeweils zwei Werkproben vertreten, zum großen Teil mit denselben Arbeiten, die schon auf der Biennale ausgestellt waren.

Insgesamt werden etwa siebzig Arbeiten gezeigt, vor allem Gemälde; es fehlen jedoch nicht einige bedeutende Zeichnungen und beispielhafte Arbeiten aus dem bildhauerischen Werk Aldo Gallis, einem der wenigen italienischen Künstler, der wie Fausto Melotti in der Welt der geometrischen Abstraktion zu Hause war. Der Schwerpunkt liegt auf Werken der dreißiger und vierziger Jahre, dazu kommen einige wenige Arbeiten aus der frühen fünfziger Jahren.

Die Werke wurden aus öffentlichen und privaten Sammlungen ausgewählt (der Kernbestand stammt aus der städtischen Pinakothek Como) und stellen einen Querschnitt der künstlerischen Produktion dar, die sich in Como in den Jahren entwickelte, in denen Architekten wie Giuseppe Terragni, Pietro Lingeri und Cesare Cattaneo der Architektur neue Wege im Geist des Rationalismus eröffneten.

Kurator der Ausstellung ist Luigi Cavadini, der auch den Katalogtext verfasst hat. Wohl erstmalig wird in dieser Ausstellung das Werk der abstrakten Künstler aus Como umfassend historisch dokumentiert. In größerem Umfang – wenn auch nicht vollzählig – waren sie zuletzt 1989 in der Schau „Das Europa der Rationalisten“ in Como vertreten. Die Ausstellung ist noch bis zum 30. September 2001 täglich außer Montag von 10.00 bis 12.00 und 15.00 bis 19.00 geöffnet.

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