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KUNST
IN ITALIEN NACH DEM ZWEITEN WELTKRIEG
VON DER KONKRETEN KUNST ZUR NEUEN ABSTRAKTION
Werke
aus den Sammlungen der Civica Galleria d’Arte Moderna Gallarate
vom
21. Oktober 2001 bis 17. Februar 2002
Öffnungszeiten: Mittwoch,
Samstag und Sonntag 10.00-12.00 / 15.00-18.00, an den übrigen Wochentagen nach
Vereinbarung
Eintritt:
Lire 5000, ermäßigt Lire 3000
Eröffnung:
Samstag, 20. Oktober, 18.00 Uhr
Einführung
Die Abstraktion ist einer der Wege, welche die Kunst im Lauf des zwanzigsten Jahrhunderts eingeschlagen hat, ein Weg, der sich wiederum verzweigt und in verschiedene Richtungen entwickelt. Die Ausstellung zeigt die Entwicklung, die aus der geometrischen oder konkreten Abstraktion hervorgeht und die beiden Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg prägt. Sie widmet sich außerdem den diversen Experimenten der neuen Abstraktion im Italien der siebziger, achtziger und neunziger Jahre. Diese künstlerische Recherche, die lange im Schatten des materialbetonten oder zeichenhaften Informell stand, wirkt bemerkenswert in ihrer Lebendigkeit und Kreativität, die eher auf den Geist als auf die physische Energie vertraut.
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M. Reggiani |
G. Pomodoro |
Verfolgt wird dieser Weg anhand einer Reihe ausgewählter Arbeiten aus der umfangreichen Sammlung der Civica Galleria d’Arte Moderna in Gallarate, die insgesamt über 3100 Werke umfasst. Der Rundgang beginnt mit den klassischen Meistern Soldati, Reggiani, Radice, Vedova und Fontana, um dann in chronologischer Folge die neuen Experimente zu beleuchten. Dokumentiert wird die Recherche der Künstler des M.A.C. („Movimento Arte Concreta“), dem Dorfles, Monnet, Munari, Soldati und später Nativi, Mazzon, Garau, Pantaleoni, Parisot und Chevrier angehören. Sie greifen die historischen Anregungen auf und entwickeln sie in einem Geist weiter, der, nach den Worten von Max Bill, „abstrakte Gedanken mit rein künstlerischen Mitteln sichtbar macht“. Während einige Künstler den bereits begonnenen Diskurs weiterführen – bemerkenswert sind hier die Experimente im Bereich der Skulptur –, wächst in den letzten Jahrzehnten eine junge Künstlergeneration heran, die ihre eigenen Vorhaben im Bereich der Abstraktion verfolgt. Darunter finden sich Künstler aus den unterschiedlichsten Regionen Italiens, ein Zeichen für die große Verbreitung einer sehr offenen und ausgesprochen kreativen Form der künstlerischen Produktion.
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L. Fontana |
B. Munari |
Pressemitteilung
Nach dem Erfolg der Ausstellung „Abstrakte Kunst
im historischen Italien: Der Fall Como“ beschäftigt sich das Civico Museo
Parisi Valle in Maccagno, am Lago Maggiore bei Luino gelegen, erneut mit der
Entwicklung der abstrakten Kunst. Die Aufmerksamkeit richtet sich diesmal vor
allem auf einen bestimmten Aspekt dieser Entwicklung, die aus der geometrischen
oder konkreten Abstraktion hervorgeht, und beleuchtet dann die verschiedenen
Experimente der neuen Abstraktion in Italien in den siebziger, achtziger und
neunziger Jahren.
Um diese Entwicklung zu verfolgen, wurde als Bezugspunkt die umfangreiche
Sammlung der Civica Galleria d’Arte Moderna in Gallarate mit über 3100 Werken
gewählt, die ihre Sammlertätigkeit mit der Einrichtung des Wettbewerbs
„Premio Nazionale Arti Visive“ aufnahm, der erstmals im Jahr 1950
ausgeschrieben wurde.
Mit Unterstützung der Direktorin Emma Zanella Manara und des
Verwaltungsausschusses der Galerie konnte eine Reihe von Werken ausgewählt
werden, die einen beispielhaften, wenn auch nicht erschöpfenden Überblick über
die Entwicklung der letzten fünfzig Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts geben.
Ausgehend von so bekannten Künstlern wie Soldati, Reggiani, Radice, Vedova und
Fontana, verfolgt die Ausstellung in chronologischer Reihenfolge die neuen
Experimente in diesem Bereich.
Die Ausstellung Abstrakte und konkrete Kunst im Jahr 1947 in Mailand war
ein einzigartiger Anlass, um eine Bilanz der europäischen Experimente der
soeben vergangenen Jahrzehnte zu ziehen. Sie kann insofern als Ausgangspunkt
auch für die aktuelle Ausstellung gelten, die sich auf die italienische Kunst
beschränkt, und in deren Mittelpunkt die – wenngleich nicht vollzählig
vertretenen - klassischen Meister stehen. Diese Künstler entwickeln die in den
dreißiger und vierziger Jahren begonnene Recherche weiter und bilden den Kern
der Gruppe M.A.C. („Movimento Arte Concreta“). Sie greifen historische
Anregungen auf und entwickeln sie zu einem Konzept weiter, das weniger streng
ist, als das von Max Bill formulierte Konzept der Schweizer „Konreten Kunst“.
(Max Bill war der eigentliche Initiator der Ausstellung in Mailand). Diese
Gruppe ist vielmehr auch für unterschiedliche abstrakte Künstler offen, und
liegt damit auf der Linie einer Äußerung von Bill: „Die konkrete Kunst macht
mit rein künstlerischen Mitteln abstrakte Gedanken sichtbar und schafft so neue
Objekte“.
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Vedova |
Deutlich zu erkennen ist diese „Konkretheit“ in
den ausgestellten Arbeiten der Gründer des M.A.C.
(Dorfles, Monnet, Munari und Soldati), wie auch in den Arbeiten der übrigen
Anhänger der Gruppe, welche diese Kunstphilosophie weiterentwickelten (Nativi,
Mazzon, Garau, Pantaleoni, Parisot und Chevrier). Einen vergleichbaren Ansatz
verfolgt unter anderen auch Emilio Vedova, der mit einer Arbeit aus dem Jahr
1949 vertreten ist. Während Fontana, Veronesi, Carmi, Salardi und andere der
Abstraktion ein neues Gesicht verleihen, wächst in den siebziger Jahren eine
junge Künstlergeneration heran: Zu erwähnen sind hier die Werke von Verna,
Ortelli, Pomodoro, Frattini und Piemonti, in den achtziger Jahren gefolgt von
Mazzoleni, Minoli, Falchi, Pardi, Xerra und schließlich von Aricò, Iacchetti,
Griffa, Olivieri, Tirelli, Peroli, Nunzio, Desì, Asdrubali, De Lorenzo und
Reale Frangi. Ihnen zur Seite stellen lassen sich die Skulpturen von Tavernari,
Ramous, Cappello, Morandini, Grosso und P. Martini, die verschiedene
Auffassungen von Abstraktion verkörpern.
Mit ihrer Werkauswahl hebt die Ausstellung eine Linie der künstlerischen
Entwicklung hervor, die lange im Schatten des materialbetonten oder
zeichenhaften Informell stand, und die sich durch eine Lebendigkeit und
Kreativität auszeichnet, die eher dem Geist als der physischen Energie vertraut.
Auch diese Werkschau fügt sich hervorragend in die Räume des Civico Museo
Parisi Valle ein, dessen Kernbestand eine Sammlung von überwiegend konkreter
Kunst bildet, die der Künstler, Kunsttheoretiker und Sammler G. Vittorio Parisi
dem Museum gestiftet hat. Bestandteil seiner Schenkung an die Institution in
Maccagno sind seine eigenen Werke und die Arbeiten namhafter befreundeter
Künstler,
deren Schaffen in eine Epoche fällt, die von großer Bedeutung für die
Entwicklung und Erneuerung der internationalen visuellen Kultur gewesen ist.
Kurator der Ausstellung „Die konkrete Abstraktion
im Italien der Nachkriegszeit“ ist Luigi Cavadini. Zur Ausstellung erscheint
ein Katalog (hrsg. Civico Museo Parisi Valle) mit Texten des Kurators und der
Direktorin der Civica Galleria d’Arte Moderna in Gallarate, Emma Zanella
Manara.
Die Ausstellung wird am Samstag, den 20. Oktober 2001 um 18.00 Uhr eröffnet und läuft noch bis zum 17. Februar 2002. (Öffnungszeiten: Mittwoch, Samstag und Sonntag von 10.00 bis 12.00 und 15.00 bis 18.00 Uhr).
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