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Die Märtyrer
unter uns Reliquien
und Reliquiare am lombardischen Ufer des Lago Maggiore
25. Juni – 3. September 2000
Katalog herausgegeben vom Civico Museo Parisi Valle – Maccagno

Pressemitteilung
Für den Christen ist derjenige ein „Märtyrer“
– das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Zeuge“ – der sein
Leben opfert, um seinen Glauben zu bezeugen. Die Erinnerung an jene, die das
Martyrium erlitten, um nicht dem christlichen Glauben abzuschwören, wird seit
Jahrhunderten in konkreter Form überliefert: in kostbaren Reliquiaren, welche
die sterblichen Überreste der Märtyrer würdig aufbewahren.
Das Heilige Jahr 2000 gemahnt an die Notwendigkeit, sich der Wurzeln einer
Religiosität zu erinnern, die zwar nicht erloschen ist, die aber heute durch
die verschiedensten Anforderungen von ihren Ursprüngen abgelenkt wird.
In einem
Gesamtkontext wird eine bedeutende Auswahl dieser „sakralen Gefäße der
Heiligkeit“ gezeigt, die aus Kirchen stammen, die über das lombardische
Gebiet des „Alto Verbano“ (oberer Lago Maggiore) verstreut sind. Diese
Initiative will damit die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Aspekt lenken, der
heute nicht besonders beachtet und vielleicht auch wenig verstanden wird, und
dennoch Ausdruck des Kultes und der Kultur ist.

Neben
dem kultischen – und in engerem Sinne künstlerischen - Aspekt dieser breiten
Auswahl an Werken, die mit der christlichen Märtyrerverehrung verbunden sind,
verdienen sicher auch die leidenschaftlichen Künstler jener längst vergangenen
Zeiten Beachtung.
Die Recherche, die zu diesem Ziel auf dem Gebiet des lombardischen
„Alto Verbano“ durchgeführt wurde, hat eine Anzahl von zum großen Teil
unbekannten Werken ans Licht gebracht, die erstmals der Öffentlichkeit
vorgestellt werden und in nicht wenigen Fällen von hohem technischen und
qualitativen Niveau sind.
Zu den vortrefflichen künstlerischen Fähigkeiten
der Schöpfer, Experten im Holzschnitt und im Treiben und Ziselieren von
Metallen, gesellt sich oft die Kostbarkeit der verwendeten Materialien.
Diese
Werke von exzellenter Ausführung, meist aus verständlichen Sicherheitsgründen
verborgen gehalten und daher der Öffentlichkeit unbekannt, werden hier zu einer
vielleicht einmaligen Gelegenheit gezeigt, um die Menschen von heute an den
Glauben der Vorfahren und an ihr Talent von hohem kulturellen Rang zu erinnern.


IIn der Ausstellung werden rund um die „Wehklage“
aus der Kirche von Maccagno (zwei Holzstatuen der Heiligen Jungfrau und des
Evangelisten Johannes zu Füssen des Kruzifixes aus dem 15. Jahrhundert)
Reliquiare unterschiedlicher Formen und Dimensionen gruppiert (Büsten,
Kassetten, Monstranzen, Säulenschäfte), um die künstlerische Produktion und
die Frömmigkeit zu bezeugen, die sich seit dem 17. Jahrhundert in der Region
entwickelt hat. Ins Auge fallen besonders die großen Büstenreliquiare aus
getriebener und ziselierter Kupfer- oder Silberfolie.
Die Ausstellung öffnet am 25. Juni (Vernissage Samstag, 24.6. um 21.00 Uhr) und ist bis zum 3. September täglich von 14.00 bis 18.00 Uhr geöffnet (außer Montag). Zur Ausstellung ist ein Katalog mit Texten von Oleg Zastrow, dem Kurator der Ausstellung, und Don Gabriele Crenna erschienen. (Herausgeber: Civico Museo Parisi Valle)
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