Maccagno con Pino e Veddasca - Dienstag, 23. April 2024

D Die Ausstellungen

Wunder aus der Schatzkammer - Picasso Balla De Chirico Guttuso Fiume Levi Cassinari

“Wunder aus der Schatzkammer - Picasso Balla De Chirico Guttuso Fiume Levi Cassinari”.


Erkundung der Sammlung / 1
Meister der internationalen Grafik
in den Sammlungen von Giuseppe Vittorio Parisi


Picasso, Balla, De Chirico, Guttuso, Fiume, Bruno Cassinari, Carlo Levi.
Allein diese Namen stehen für die Bedeutung der Grafiksammlung (vorwiegend Zeichnungen), die Giuseppe Vittorio Parisi (Maccagno 1915; Rom 2009) zusammengetragen hat. Viele der Arbeiten erwarb Parisi durch Tausch und Schenkungen während der 1930er Jahre in Mailand, seiner künstlerischen Karriere in Rom und auf Reisen nach Paris, wo er De Chirico und Picasso traf.

Die Bedeutung der Sammlung geht jedoch darüber hinaus: Heute werden mehr als 300 Werke von verschiedenen Künstlern im Museum aufbewahrt.

Zudem umfasst die Sammlung eine große Zeitspanne: Sie reicht vom 19. Jahrhundert mit vier wertvollen Bleistiftzeichnungen des römischen Künstlers Bartolomeo Pinelli (1771/1835) bis zu den informellen und abstrakten Experimenten der Nachkriegsjahre. Einen Einblick in diese Zeit geben Skulpturen und Grafiken von Persönlichkeiten wie Pietro Consagra, Pericle Fazzini, Giuseppe Capogrossi und Ettore Colla; letztere arbeiteten in Rom mit Burri und Parisi in der Gruppo Origine. Viel Raum bietet die Ausstellung  Künstlern von Rang wie Salvatore Fiume, der hier der mit einer Auswahl aus rund 40 Werken vertreten ist. Der sizilianische Künstler hatte Parisi die Arbeiten im Laufe ihrer engen Freundschaft geschenkt.

Bedeutend sind nicht zuletzt die “Schulen”: der Maler und Dichter Toti Scialoja beschließt mit den flüchtigen Case a Trastevere (1946/47) den Kreis der römischen Vertreter. Die zahlreichen “Mailänder” Künstler dokumentieren in ihren Arbeiten den Wandel von den 1930er Jahren (Gianfilippo Usellini und Trento Longaretti) bis zur Nachkriegszeit und den Verlust aller Gewissheiten.

Gut zu erkennen ist dies im Vergleich zwischen dem Akt Atleta in riposo von Italo Valenti (1936), kraftvoll, aber rhetorisch, und dem tragischen Porträt eines Mannes von Bruno Cassinari (ca. 1950) sowie den drei exzellenten Bleistiftzeichnungen von Eugenio Birolli (1947). Hier wird Picasso Tribut gezollt, um ein düsteres Bild vom verzweifelten zivilen und materiellen Wiederaufbau nach der Katastrophe zu entwerfen. Noch unter dem Einfluss Picassos stehen die zwei Jugendwerke von Guttuso und die Arbeiten von Giulio Turcato (1947/48), auch wenn beide bereits eine eigene Handschrift erkennen lassen. Guttuso sollte sich später dem Thema des Körpers zuwenden, wie die zwei weiblichen Akte zeigen, die im Abstand von wenigen Jahren entstanden sind.

Auch die “espansioni” von Giacomo Balla (mit dem sich Parisi mehrmals in Rom traf) und die Skizze für das Türkische Bad von Picasso (1921) zeugen vom Bedürfnis der herausragenden Künstler des 20. Jahrhunderts, die starren Formeln der Avantgarde zu überwinden und menschliche und sensorische Elemente wiederzugewinnen. Dies zeigt bei Balla der Vergleich zwischen der dynamischen Espansione fiore (noch mit Futurballa signiert) und der faszinierenden Espansione profumo, beide Werke aus den 1930erJahren. Das Türkische Bad, die kleine, aber bedeutende Tuschezeichnung von Picasso macht schon im Titel deutlich, welcher Spur sie folgt: die Erkundung persönlicher und kollektiver Erinnerungen zur Wiederbelebung der mediterranen Tradition. Daran schließen sich wichtige Reflexionen zu den körperlichen, symbolischen und architektonischen Formen an. De Chirico hat sein ganzes Leben dem mediterranen Menschen gewidmet: Das vielschichtige Pastell in der Museumssammlung (1929/30) zeugt von der Produktivität dieser lebenslangen Suche und vom fruchtbaren Einfluss der Surrealisten auf den griechischen Künstler.

Der Akt in Bleistift und Aquarell von Carlo Levi (1950), dem bekannten Turiner Schriftsteller (Christus kam nur bis Eboli), findet in den kraftvoll verschlungenen Körpern zu einer Expressivität, welche die Grenzen der Skizze überwindet und die Zeichnung zu einer vollwertigen Ausdrucksform macht (Federico Crimi).


Die Ausstellung bleibt bis zum 19. Oktober 2023 geöffnet.
Öffnungszeiten: Freitag von 15.00 bis 19.00 Uhr
Samstag und Sonntag von 10.00 bis 12.00 Uhr und von 15.00 bis 19.00 Uhr


Poster (zum Vergrößern anklicken)

 

Bilder von der Ausstellung (zum Vergrößern anklicken)
Fotos von Daniela Domestici („alle Rechte vorbehalten“)

Öffnungszeit

Freitag:
15.00 - 19.00 Uhr
Samstag und Sonntag:
10.00 - 12.00 Uhr 15.00 - 19.00 Uhr

Aperture straordinarie

Giovedì 25 Aprile
10.00 - 12.00
15.00 - 19.00

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10.00 - 12.00
15.00 - 19.00

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